Training und Personal Counseling in einer digitalisierten Welt

12.07.2019

Training und Personal Counseling in einer digitalisierten Welt
Wahrhaft menschzentrierte Beratung und Seelsorge gelingen analog
 

Jeder kennt das Schlagwort von der digitalen Revolution. Allerdings leben viele Menschen in dem Gefühl, dass das wenig mit ihnen selbst zu tun hat. Das mag zwei Gründe haben. Zum einen ist Digitalisierung, wenn sie gut gemacht ist, "smart". Ein Hersteller, der ein neues technisches Produkt vermarkten möchte, wird nur dann Erfolg haben wenn es intuitiv funktioniert und einen unmittelbaren "Belohnungsfaktor" mit sich bringt. Das kann die intelligente Kaffeemaschine sein, wo ich tatsächlich nur noch einen einzigen Knopf zu drücken brauche, um frischen Kaffee zu bekommen oder die Heckklappe, die sich auf Kick mit dem Fuß öffnet. Soziale Medien sind nur wenige Klicks entfernt, so dass selbst wenig technikaffine Großmütter inzwischen mit ihren Enkeln whatsappen.

 

Unausweichlich in die digitale Welt eingebunden

Der andere Grund wenig zu merken ist, dass wir aufgrund unseres Jahrgangs in eine digitale Welt hineingeboren wurden. Intelligente Geräte, digitale Kommunikation, eine unüberschaubares Angebot an digitalen Spielmöglichkeiten definieren dann unseren Lebensraum gleichberechtigt mit Menschen, Tieren, Bäumen und Möbeln. Wir sind "digital natives". Oft merken wir erst, wenn wir bewusst darüber nachdenken, wie unausweichlich wir in die vielfältigen Netze einer digitalen Welt eingebunden sind, die in den letzten 20 Jahren um uns herum gewachsen ist. Niemand hat mehr die Kontrolle darüber, wo überall sein Einkaufsverhalten erfasst wird, seine Wege, seine Beziehungen. Wir wissen auch nicht mehr, wie und von welchen Interessen die Nachrichten gesteuert sind, die uns erreichen. Digitale Parallelwelten umgeben uns und wirken in unsere hinein. Diese Parallelwelten sind global und kennen keine zeitliche Begrenzung mehr. Vielfältige Manipulationsversuche landen direkt auf unseren Displays.
 

Neue Möglichkeiten im besten nutzen

Und gleichzeitig wollen wir alle unser Handy weiter nutzen. Wir wissen auch: Wenn wir das Klima auf unserer Erde retten wollen, dann geht das nur mit vernetzter digitaler Steuerung unserer Energienutzung. Das alles wirft Fragen auf, die in unseren klassischen Trainings- und Coaching- Ausbildungen noch nicht vorkommen. Was alles ist denn technisch möglich - heute und in der nahen Zukunft? Wie steht es mit der Verantwortung des Einzelnen, wenn uns lauter externe Maschinenintelligenz die Entscheidungen nur allzu gerne abnehmen möchte? Wie können wir Menschen helfen, deren Leben weitgehend in die virtuelle Welt abgerutscht ist, z. B. in die Computerspielsucht? Was können wir dem "postfaktischen Denken", der manipulativen Meinungsbildung, der globalen Gleichschaltung entgegensetzen? Und wie können all die neuen Möglichkeiten im besten genutzt werden? Ob es sich um Kommunikationsmöglichkeiten oder Trainingsprogramme handelt.
 

Im Bewusstsein einer umfassenden Parallelwelt leben

Einen besonderen Akzent setzt hier der christliche Glaube. In gewisser Weise waren Christen schon immer Menschen, die im Bewusstsein einer umfassenden Parallelwelt gelebt haben. In digital-anonymer und distanzierter Form können wahrhaft menschzentrierte Beratung, Seelsorge / Personal Counseling nicht erfolgen – das gelingt lediglich analog.

Da sowohl klerikal-klösterliches Abstandnehmen erwünscht (doch selten praktiziert wird), als auch Personen rar werden, die eine adäquate Begleitung zu leisten imstande sein werden, stellt die Umsetzung dieses Ansatzes eine Herausforderung für alle Beteiligten dar.

 

Über den Autor: Der studierte Maschinenbau-, REFA- und Sicherheits-Ingenieur Gerhard Heinze sammelte viele Jahre betriebliche Erfahrungen im Management international tätiger Maschinen- und Anlagebauer – sowohl in Fragen der Rationalisierung als auch in der praktischen Umsetzung von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Seit über 25 Jahren gilt Gerhard Heinze als anerkannter Seminarentwickler und Trainer. Er ist insbesondere im Bereich „Kultur- und Verhaltensänderung“ (Change Management) tätig und wird darin von bedeutenden Unternehmen als Vordenker und Wegbegleiter angesehen. Unter dem Titel „DENN SIE TUN NICHT, WAS SIE WISSEN“ geht er am Executive Health Day auf Hintergründe, Einflussmöglichkeiten und praktische Schritte für Veränderungen ein.