Der digitale Wandel erfordert ein neues Führungsverhalten

08.07.2019

Der digitale Wandel erfordert ein neues Führungsverhalten
Mitarbeitende motivieren, intellektuell stimulieren und wertschätzen

Damit Mitarbeitende gesund an Leib und Seele bleiben, müssen Leitungskräfte in Zeiten des digitalen Wandels ihren Führungsstil umstellen. Viele pflegen nach wie vor den traditionellen „transaktionalen Führungsstil“, der u.a. Ziele setzt sowie Leistung mit Gehalt und Bonuszahlungen belohnt. Dieser Führungsstil hat durchaus seine Berechtigung, weil er positive Effekte auf die Leistung hat. Weil sich die Arbeitswelt massiv verändert, stößt er aber auch zunehmend an Grenzen. Durch „Megatrends“, wie z.B. Flexibilisierung sowie den demografischen und technologischen Wandel, wachsen die Kundenanforderungen sowie der Innovations- und Kostendruck. Hinzu kommen weitere Faktoren, wie veränderte Arbeitsbedingungen sowie ein Lebensstil, der vielfach von Bewegungsmangel, Fehlernährung und einer zurückgehenden sozialen Unterstützung geprägt ist. Wer glaubt, auf diese Entwicklungen mit dem Führungsverhalten von gestern reagieren zu können, ist auf dem Holzweg. Ergänzend dazu ist die „transformationale Führung“ nötig. Sie ist geprägt von

  •          einer Führungskraft im Sinne eines charismatischen Vorbilds,
  •          inspirierender Motivierung,
  •          intellektueller Stimulierung
  •         und individueller Wertschätzung.

Durch diese vier Elemente entsteht eine Atmosphäre, in der Fehler toleriert werden und Mitarbeitende gerne Leistung bringen.


Feedback eines Seminar-Teilnehmers

Am Kongress Christlicher Führungskräfte 2019 in Karlsruhe hat der Autor des o.g. Abschnittes, Dr. Peter Becker, ein Seminar über „Leader mit Herz“ (transformationaler Führungsstil) angeboten. Unter den mehr als 160 Seminar-Teilnehmenden war auch der IT-Experte Lothar Leitl. Der „transformationalen Führung“ misst er eine sehr grosse Bedeutung zu: „Führen mit ZDF (Zahlen-Daten-Fakten) ist nur ein Teil – mindestens ebenso wichtig ist heutzutage ARD (Ahnen-Raten-Deuten).“ Dazu brauche es Leader, die vordenken und vormachen, um mit „Family-Spirit“ anspruchsvolle Aufgaben lösen. Um bei zunehmender Komplexität im beruflichen Kontext den Verlust der verbindlichen menschlichen Beziehungen ausgleichen zu können, hält Leitl „Wertschätzung und Ehre“ für „hervorragende biblische Werte“, die Orientierung bieten: „Wir sind keine Maschinen oder Roboter – Entwicklung geschieht im täglichen Umgang nicht nur durch ehrliche Konfrontation (was besser laufen kann), sondern auch durch aufrichtiges Wertschätzen und Loben der Stärken (was gut läuft) – ggfs. auch durch materielle Anerkennung.“ Nur auf diesem Weg seien Teams auf allen Ebenen zum Erfolg zu führen. Für ihn lässt sich das Ich – sei es das eigene oder das eines Mitarbeitenden – einerseits „im gegenseitigen Teilen der Herausforderungen“ stärken. Andererseits gelinge dies auch im Ermutigen, alle Veränderungen gemeinsam auf Augenhöhe anzugehen und mit positiver Sicht auf die Zukunft umzusetzen. Dabei gelte es auch, fehlgeschlagene „Experimente“ in einem weiteren Schritt zu korrigieren. Zuhören, das Vereinbaren des gemeinsamen Handelns sowie das Einhalten eigener Zusagen sind für Lothar Leitl weitere zielführende Kriterien.  

 

Über den Autor: Dr. Peter Becker ist geschäftsführender Gesellschafter bei Steinbach & Partner, wo er für Unternehmen in Europa, Asien und Südamerika Executive Search-Mandate bearbeitet und Führungskräfte in komplexen Unternehmenssituationen berät. Am Executive Health Day, der am 11./12. November 2019 im KTC Königstein stattfindet, wird er auf das Thema „Führungskraft 4.0: Neues Denken und Handeln in der Arbeitswelt 4.0“ eingehen.