„Chancen der Digitalisierung nutzen – Risiken erkennen und reduzieren!“

23.05.2019

 „Chancen der Digitalisierung nutzen – Risiken erkennen und reduzieren!“

Gesundheitsprävention in der „Arbeits- und Lebenswelt 4.0“
 

Die Entwicklung neuer digitaler Technologien steht grundsätzlich in einem Spannungsverhältnis zu den Risiken, die von künstlich erzeugten technischen Feldern ausgehen – z.B. durch Funknetze, Magnetfelder, Stromkreise und elektrische Geräte. Wenn sie aufeinander treffen und sich überlagern, dann entstehen immer wieder neue technische Felder. Dieses Gemisch aus unterschiedlichen Strahlen, Wellen und Feldern wird im allgemeinen Sprachgebrauch als „Elektrosmog“ bezeichnet. Bei der Gabriel-Tech sprechen wir vom Elektromagnetischen Interferenz-Potenzial (EMI), das mit einer anerkannten Technik auch qualifiziert gemessen werden kann. Aufgrund dieser Vielschichtigkeit sollte die Diskussion um den neuen Mobilfunkstandard 5G auch breiter geführt werden, als das bislang der Fall war. Neben den messbaren Belastungen für den Körper müssen wir z.B. auch den Lebensstil und das eigene Nutzerverhalten berücksichtigen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene jeden Alters nutzen digitale Technologien in Form einer Vielzahl von Handys, Smartphones, Tablets, Notebooks und Computer – mit oder ohne WLAN – zuhause, bei der Arbeit und in der Schule, durchschnittlich mehrere Stunden pro Tag. Diese Geräte erzeugen unterschiedliche elektromagnetische Felder in unterschiedlicher Intensität. Es gilt deshalb auch, die unterschiedlichen Lebensbereiche, in denen Mobilfunk zum Einsatz kommt, differenziert zu betrachten – also etwa den Büroarbeitsplatz, das Auto sowie die Wohn- und Schlafräume. Wir haben es also schon heute mit einem hochkomplexen multifaktoriellen Geschehen zu tun, das nicht auf einzelne Facetten reduziert werden kann.

 

Vorstoß in eine neue Dimension

Im Umgang mit elektromagnetischer Strahlung werden wir mit 5G sehr wahrscheinlich in eine völlig neue Dimension vorstoßen. Das Hundertfache an Daten soll nahezu in Echtzeit übertragen werden. Antennenanlagen sollen nicht mehr wie bislang auf hohen Masten und Dächern stehen, sondern flächendeckend und in einer hohen Dichte in Bodennähe angebracht werden. Wir werden also permanent in einem Strahlungsfeld leben. Und: Künftig wird es pro Senderichtung nicht mehr nur 1 Sende- und Empfangseinheit geben, sondern mit den „Massive Multiple Input Multiple Output (MIMO)“-Systemen insgesamt 64. Sind Menschen diesen Einflüssen dauerhaft ausgesetzt, ohne dass sie sich wirksam vor elektromagnetischer Strahlung schützen und auch ihre Abwehrkräfte stärken, dann kann das für ihre Gesundheit nicht gut sein.

 

Wissenschaftlich, wirksam, wirtschaftlich

Mehr denn je wird 5G somit nach ganzheitlichen Lösungsansätzen verlangen, die sich an diesen drei entscheidenden Kriterien messen lassen müssen: wissenschaftlich, wirksam und wirtschaftlich. Und: Mit Blick auf die Digitalisierung und Vernetzung in der „Arbeits- und Lebenswelt 4.0“ setzen wir uns dafür ein, alle Chancen der technologischen Entwicklung zu nutzen UND gleichzeitig die Risiken durch elektromagnetische Strahlung zu erkennen und weitestgehend zu reduzieren.

 

Am Executive Health Day geht Dr. med. Jutta Frenkel (Ärztin für gesamtheitliche Behandlung für Körper, Geist und Seele) auf das Thema „Elektro-Smog, die unterschätzte Gefahr“ ein, das mit Blick auf den neuen Mobilfunkstandard 5G von hoher Relevanz ist.
 

Über den Autor: Harry Roos ist Sachverständiger für Elektrosmog-Analyse und –Messtechnik sowie Mitglied im Bundesverband Deutscher Sachverständiger und Fachgutachter e.V., Mitgründer der Gabriel-Tech GmbH und Initiant des Gabriel-Symposiums.